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How to: Chevy Chevelle Kauf und Import aus USA

Ich steh auf Coupés. Und allgemein Amis die zwischen 1968 und 1970 vom Band liefen. Die Chevy Chevelle erfüllt beide Kriterien. Wie sie aus dem sonnigen Kalifornien zu mir fand, das lest Ihr hier.

Die richtige Chevy Chevelle im Schrotthaufen finden

Ich habe ziemlich lange nach einer bezahlbaren Chevy Chevelle im guten Zustand gesucht. Die kompakte Form, das rubensförmige Heck und die fehlende B-Säule machen das Modell zu einem der gefragtesten US Cars auf dem Markt. Leider, entsprechend dünn gesät sind die bezahlbaren Angebote auf dem Markt. Im November 2016 erschien sie mir dann endlich auf dem amerikanischen Online Kleinanzeigenmarkt Craigslist. Eine schmucke 1968er Chevelle Malibu mit 350cui V8.

Nie ungesehen ein Auto in Amerika kaufen!

Die grau nachlackierte Schönheit stand im beschaulichen Thousand Oaks, etwa zwei Autostunden von Los Angeles entfernt. Preis, Fotos und Beschreibung passten, so dass ich den ehemaligen Hamburger Piot von 23Classics California vor Ort in Kalifornien beauftragte, den Wagen als Verkaufsagent unter die Lupe zu nehmen. Was nebenbei absolut nötig ist, wenn Ihr ein Fahrzeug aus den USA importieren wollt! Ich war während der Besichtigung per Whatsapp live dabei. Vor Ort kam dann die Geschichte der Chevy Chevelle zu Tage. Der Verkäufer hat sie von einem Abschleppunternehmen gerettet, sie wurde vom vorherigen Besitzer schlichtweg nicht mehr abgeholt, vermutlich konnte er die Abschleppkosten nicht begleichen.

Der Zustand war für amerikanische Verhältnisse ok, der Unterboden zeigte keine größeren Rostschäden, lediglich am hinteren Scheibenrahmen blühten einige Rostblasen. Der Rahmen zeigte keine Dellen die auf derbe Unfälle schließen ließen. Selbst Verschleißteile an Lenkung und Fahrwerk waren ganz gut in Schuss. Kein gröberer Rost, keine Anzeichen für einen Totalschaden, auf den ersten Blick keine größeren Reparaturfälle sichtbar. Die halbe Miete bei Kauf eines gebrauchten US Cars.

Mild Cam, Brabbel Sound zum niederknien

Im Motorraum werkelte ein laut Vorbesitzer neu aufgebauter 350cui V8 mit 5,7l Hubraum. Verbaut wurden eine Edelbrock Performer Ansaugbrück, ein Edelbrock Vergaser und eine sogenannte Mild Cam, eine „zahme“ Sportnockenwelle. Neben den auf Leistung optimierten Ventilöffnungszeiten verurdsacht diese einige Pferdestärken mehr, ein echt giftiges Ansprechverhalten und einen agressiven Brabbel Sound, hört mal selbst hin.

 

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Ein Beitrag geteilt von Sven Wiesner (@madbutphat) am

Geil, oder? Ich krieg da weiche Knie, der herrlich unrunde Motorlauf und das blecherne Schrammeln ist Musik in meinen Ohren. An dieser Stelle war es um mich geschehen. Gefährlich, wenn man gerade in Begriff ist ein Auto zu kaufen. Und noch gefährlicher, wenn es ein Oldtimer aus dem Ausland ist. Also kühlen Kopf bewahren und weiter die Fakten checken

Der Innenraum war solide, keine Bucketseats (Einzelsitze) sondern noch die alte Einreihen-Sitzbank mit neuem Stoffbezug. Passt für mich. Gelenkt wurde über ein abgerocktes Grant Lenkrad. Passt. Himmel und Türverkleidungen waren im guten Zustand, das Dashboard wurde mal ziemlich unprofessionell schwarz angesprüht. Ok, im Innenraum gab es Einiges zu tun, aber alles im Rahmen.

Ein altgedientes Rennpferd?

Ein Blick in den Innenraum lässt vermuten, dass die Chevy Chevelle ein paar Wochenenden auf dem Dragstrip verbracht hat. Einer der Vorbesitzer hat die originale Lenkradschaltung umgerüstet, auf einen Hurst Quarter Shifter der weiter unten auf dem Getriebetunnel thront. Ein echt geiles Stück Technik, dass mit einer ausgeklügelten Mechanik und sattem Krachen die Gänge schaltet.

Der Hurst Schalthebel wurde ursprünglich gebaut, um beim Viertelmeile Beschleunigungsrennen die 3 Gänge des Automatikgetriebe manuell zu schalten und so bis zum Drehzahllimit auszufahren. Damit dies nicht überschritten wird, wurde in der Chevy Chevelle ein Autometer Drehzahlmesser über die Lenksäule montiert. Der Hurst Shifter hat einen Griff und einen kleinen Verriegelungshebel. So wird gewährleistet, dass man beispielsweise während der Fahrt nicht versehentlich in den Rückwärtsgang schaltet.

Fazit: Karre mit Seele für den täglichen Gebrauch!

Um es kurz zu machen, die Chevelle wurde insgesamt über 2 Stunden von Piot aka 23Classics Claifornia vor Ort gecheckt. Fazit am Ende: Es gibt ein paar Dinge zu tun, um den Wagen in Deutschland über den TÜV zu bringen, jedoch zeigte der Wagen keine größeren Katastrophen. Die Chevy Chevelle stand als guter Daily Driver da zum Spaß haben. Kein Fahrzeug für Originalfetishisten oder den Show & Shine Contest, sondern eine ehrliche Karre mit Gesicht und Geschichte. Der Preis wurde noch um einige Dollar heruntergehandelt und der Kauf mit Bargeld und Kaufvertrag von Piot vor Ort besiegelt.

Gegen 23:30 Uhr kappte ich die Whatsapp Verbindung als frischgebackener Chevelle Besitzer und einem fetten Lächeln auf dem Gesicht. Was folgte war die Verschiffung in Los Angeles, Verzollung in Rotterdamm und Anlieferung in Hamburg.


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