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How To: Chevy Chevelle TÜV und H-Kennzeichen

Knapp 6 Wochen nachdem ich die Chevy Chevelle drüben in Kalifornien gekauft hatte, stand sie nun vor meiner Tür. Jetzt stand die Deutsche Zulassung des US-Klassikers an. Für den TÜV mussten einige Dinge erledigt werden. Hier ein kleiner Erlebnisbericht.

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Wie ich den Kauf der Chevelle in Kalifornien über einen Kaufagenten abgewickelt habe, das habt Ihr ja bereits im Artikel Chevy Chevelle Teil 1: Rendezvous in Kalifornien gelesen. Etwa sechs Wochen später kam der Wagen dann in Hamburg an. Zuvor hatte ihn die Spedition in den USA beim Verkäufer abgeholt und im Hafen von Los Angeles in einen Container verladen. Die Seereise dauert etwa 4 Wochen, während dieser Zeit kann man den Container live tracken. In Rotterdam angekommen übernahm ein lokaler Anbieter die Entladung und Verzollung. Nach Überweisung der Kosten wurde die Chevelle per LKW nach Hamburg geliefert.

Ein geiles Gefühl! Man sieht die Karre zum ersten mal live, zuvor nur auf Fotos im Web. Worauf bei der Lieferung Eures importierten US-Cars zu achten ist, das habe ich ja bereits hier beschrieben: Oldtimer Import: Darauf müsst Ihr bei der Ankunft achten. Auch bei der Chevelle war es wieder die gleiche Leier. Die Starterbatterie hatte sich auf der langen Seereise entladen, mein Booster hat sie wiederbelebt. Der Benzintank der Chevelle wurde vor der Verschiffung vom Spediteur leer gepumpt (Sicherheitsbestimmung), bei der Entladung wurden nur wenige Liter aufgefüllt. Tank war praktisch leer, zum Glück stand der Benzinkanister bereit. Nach Übergabe aller wichtigen Papiere rollte die Chevy Chevelle vom Trailer in ihr neues Zuhause.

Einige Tage später folgte die erste Durchsicht. Keine bösen Überraschungen, der professionelle Check vor Ort in den USA durch Piot von 23Classics hat sich bezahlt gemacht. Auf den ersten Blick zeigten sich nur die schon bekannten Mängel, beispielsweise war das Kickdown Cable vom Automatikgetriebe nicht am Vergaser angeschlossen. Keine große Sache. Desweiteren funktionierten die Scheinwerfer nicht, ein kleineres Problem mit der Elektrik. Die Basis war solide, dass die Chevelle etwas Liebe benötigt war mir vorher klar.

Bei der Durchsicht kamen neben allerlei Münzen, alten Rechnungen und Krims-Krams überraschend auch die lang vermissten Ersatzschlüssel wieder zum Vorschein! In einer mysteriösen, kleinen Magnetbox, die am inneren Kotflügel der Chevelle haftete. Dem Rost nach zu urteilen hatte sie dort einer der früheren Besitzer vor etlichen Jahren deponiert. Und offensichtlich vergessen.

Das Problem mit den defekten Scheinwerfern war ebenfalls schnell behoben, es waren lediglich die Anschlüsse vergriesnaddelt. Hier mal die US-Scheinwerfer im Original. Besonderheit: Es lassen sich keine Glühbirnen wechseln. Ist der Glühfaden durch muss der gesamte Scheinwerfer weichen. Egal, für die Deutsche Zulassung müssen eh neben Warnblinker auch neue Scheinwerfer mit E-Prüfzeichen verbaut werden. Desweiteren wurde ein Motorölwechsel erledigt, inklusive des alten Ölfilters. Ich wusste dass der Wagen zuvor lange stand, deswegen sicherlich keine schlechte Idee.

Neben vielen Kleinigkeiten standen die üblichen Reparaturen an, die der TÜV für die Deutsche Zulassung sehen möchte. Hier wird genauer auf die Teile geschaut, die den Amerikanern nicht so wichtig sind und die daher nicht selten verschlissen sind: Fahrwerk, Bremsen, Verschleißteile. Traggelenke sind der Klassiker. Die Kosten für die geläufigen Kleinteile sind recht niedrig, Verfügbarkeit in Deutschland sehr gut. Eine gute Adresse ist beispielsweise der US Speedshop hier in Hamburg. Die haben massig Teile auf Lager und eine sehr kompetente Truppe an der Telefon-Hotline, die bei der Suche nach den richtigen Teilen hilft.

Zu den Verschleißteilen die erneuert werden mussten zählten die Bremsbeläge und Bremstrommeln hinten (Bremswirkung gleich null), einstellen von Lenkungsspiel und Spur, instand setzen der Amaturenbeleuchtung (stockduster), einstellen von Vergaser und wechsel der Zündkerzen, wechsel der Spurstangenköpfe und Stoßdämpfer vorn. Für die Deutsche Zulassung mussten weiterhin Scheinwerfer mit E-Prüfzeichen und Warnblinker eingebaut werden, die Hupe und der Scheibenwischer instand gesetzt werden (ohne Betrieb) und die VIN (US Fahrwerksnummer) in die Karosserie einschlagen werden.

 

Und dann waren da noch ein paar Spezialproblemchen. Der TÜV wollte beispielsweise eine Beschriftung am nachträglich verbauten Hurst Quarter Shifter sehen, sowie einen Neutral/Park/Start-Switch. Der verhindert, dass sich das Fahrzeug mit eingelegtem Gang starten lässt. Desweiteren wurden vom TÜV Prüfer Kleinigkeiten wie etwa „scharfe Kanten“ an der Halterung des nachträglich eingebauten Drehzahlmessers bemängelt. Nunja. Auch das wurde behoben, so dass die Chevelle nach dem zweiten Anlauf nun mit Deutscher Zulassung, TÜV und Oldtimer H-Kennzeichen auf Hamburgs Straßen rollt.

 

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